Seitenblicke - Sendung vom 3. Juli 2011  

Veröffentlicht mit Genehmigung des ORF

 
 
Sinkt die Spanische Hofreitschule auf Volksschulniveau??
 
 
 
 
 

Die groß angekündigte Galavorstellung der Spanischen Hofreitschule am Heldenberg vom 2. Juli d.J. zeigte erneut, dass das einst so hohe und für die gesamte Reiterwelt maßgebende Niveau weiter im Sinken begriffen ist und die seit Jahren nicht verstummenden, warnenden Stimmen leider wieder Recht behalten haben.

Die sehr auf Objektivität bedachten Seitenblicke, die das Österreichische Fernsehen am 3.7.2011 ausstrahlte, zeigte nur einige Minuten dieser Galavorstellung, welche wohl hoffentlich nicht die Höhepunkte dieser Veranstaltung waren. Die nur sehr kurzen Filmsequenzen weisen deutlich auf die Mängel in der derzeitigen Qualität hin. Die Schulquadrille lässt die Exaktheit der Linienführung, die Biegungen in den jeweiligen Lektionen und die daraus entwickelte Harmonie und Grazie völlig vermissen. Was hier gezeigt wurde, ist das Niveau einer mittelmäßigen Reitschulquadrille.

Bei der Schule über der Erde an der Hand waren sich der (offensichtlich schon zornige) Hengst und die beiden Bereiter anscheinend nicht einig, welche Lektion gezeigt werden sollte. Kein Wunder, dass der Hengst angewidert seinen Kopf zur Seite neigte und einige konfuse, wirre und ziellose Hopser machte – es wirkte eher wie ein Machtkampf zwischen Pferd und Bereiter (was den Prinzipien der klassischen Ausbildung vollkommen zuwider läuft). Für den Zuschauer bot sich das Spektakel eines Rodeos.

Die Spanische Hofreitschule galt immer als die Universität der klassischen Reitkunst und als solche war sie in der Vergangenheit weltweit auch angesehen. Einzig Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll hat den Unterschied zu früher anscheinend bemerkt und das Gezeigte mit der Volksschule der Lipizzaner verglichen, womit er wieder einmal den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Nur der ehemalige Bereiter Ernst Bachinger versteigt sich als Leiter der Reitschule zur Meinung, dass die gezeigte Leistung dem Oberstufengymnasium entspräche. Weil man jetzt schon mit drei Fünfern aufsteigen kann ???

Diese Art der Darstellung über die Kunst der „Hohen Schule“ darf schlicht und einfach der Öffentlichkeit nicht zugänglich sein und schon gar nicht als eine „Galavorführung“.
Wann erkennen die Verantwortlichen, Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Minister endlich, wohin Ihre „Sanierungsmaßnahmen“ führen, bevor es zu spät ist?? Wohin führt die katastrophale Personalbesetzung und Personalpolitik der Geschäftsführung?? Wer verhindert diese Ruf- und Kulturschädigung – ist mit diesem Niveau der Titel eines „Immateriellen Kulturerbes“ noch zu rechtfertigen??

 

ANTWORT:

WIR ALLE SIND AUFGERUFEN DIESES WELTWEIT EINZIGARTIGE, KULTURGUT VOR DEM UNTERGANG ZU BEWAHREN. NUR DIE BREITE ÖFFENTLICHKEIT KANN EIN UMDENKEN HERBEIFÜHREN UND EINE RÜCKKEHR ZU DEN GESETZLICH VERANKERTEN BESTIMMUNGEN ERWIRKEN.