Die Geschichte der Spanischen Hofreitschule zu Wien (aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)
 
 
 

 

Die Spanische Hofreitschule wird 1572 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. In dieser Urkunde ging es um eine Holzlieferung für eine Halle aus Holz am heutigen Josefsplatz. Sie ist somit die älteste (klassische) Reitschule der Welt. Während der zweiten Türkenbelagerung Wiens 1683 wurde diese Holzhalle schwer beschädigt. Kaiser Karl VI ließ 1729–1735 an ihrer Stelle die Winterreitschule errichten. Der Baumeister Johann Bernhard Fischer von Erlach entwarf den lichtdurchfluteten Reitsaal, der vielen als der schönste der Welt gilt. Sein Sohn Joseph Emanuel Fischer von Erlach führte den Entwurf aus. Auch heute noch ziehen die Bereiter bei Betreten der Reitbahn den Zweispitz nicht vor den anwesenden Gästen und Zusehern der Morgenarbeit, sondern, als Dank für die Erbauung der Winterreitschule, vor dem Bildnis Kaiser Karls VI.

 

Die Spanische Hofreitschule hat ihren Namen von Pferden spanischen Ursprungs, die an der Schule seit jeher gearbeitet wurden.

Die Lipizzaner werden im Bundesgestüt Piber gezüchtet und im Alter von 3 ½ Jahren nach Wien zur Ausbildung überstellt. Den Namen haben diese Pferde vom ursprünglichen Stammgestüt beim slowenischen Ort Lipica (ital. Lipizza).

Die Errichtung der Stallburg, in der die Lipizzaner untergebracht sind, geht als architektonisch formvollendeter Bau in die Zeit Ferdinands I. bis ins Jahr 1551 zurück. Beabsichtigt war die Nutzung des Gebäudes als Residenz. Mit dem Tod Ferdinands 1564 wurde dieser Plan von seinem Sohn Erzherzog Maximilian, dem späteren Kaiser Maximilian II, verworfen und das Gebäude ab 1565 in das "neue Hofstallgebäude" umgewandelt. 1945 wurde die Stallburg durch Bomben schwer beschädigt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Spanische Hofreitschule öffentlich zugänglich gemacht.

Nach dem Anschluss 1938 wurde sie in Spanische Reitschule umbenannt. Leiter wurde damals Oberst Alois Podhajsky, der nach dem Krieg auch am Weitererhalt und die Rückbenennung in „Spanische Hofreitschule“ großen Anteil hatte und leitete sie bis 1964.

Seit 2001 sind Hofreitschule und Bundesgestüt aus der öffentlichen Verwaltung ausgegliedert und auf Basis des ’Spanische Hofreitschule-Gesetzes’ rechtlich und wirtschaftlich verselbstständigt (BGBl. I Nr. 115/2000). Das Unternehmen ist gesetzlich ’zur dauerhaften Erhaltung und traditionsgemäßen Zucht der Pferderasse „Lipizzaner“, zur Erhaltung der Tradition und der Hohen Schule der klassischen Reitkunst, zur traditionsgemäßen Nutzung der betreffenden Teile der Hofburg und des Bundesgestütes Piber und damit zur Wahrung des öffentlichen Interesses am dadurch repräsentierten österreichischen und internationalen Kulturgut’ verpflichtet. Die Gesellschaftsanteile haben zu 100 Prozent im Eigentum des Bundes zu verbleiben.