Das Bundesgestüt Piber (aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)
 
 
 

 

Das Bundesgestüt Piber ist ein Gestüt im Ortsteil Piber der Stadt Köflach im Westen des Bundeslandes Steiermark in Österreich.Im Bundesgestüt werden die Lipizzaner für die Spanische Hofreitschule in Wien gezüchtet.

Die Geschichte des Bundesgestüt Piber

Bei Schloss Piber, das vormals ein Kloster des Stiftes St. Lambrecht war, wurde 1798 ein Gestüt zur Zucht von militärischen Pferden eingerichtet. Ab 1867 wird es dem k.u.k. Landwirtschaftsministerium unterstellt. Am Beginn des Ersten Weltkrieges, im Jahr 1915 wurde die Zucht der Lipizzaner, die bis dahin im Gestüt Lipizza im heutigen Slowenien beheimatet war, hierher verlegt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Pferde nach Hostau, dem heutigen Hostouň, in Tschechien verlegt. Nach Kriegsende bestand die Gefahr, dass die Zuchtpferde in sowjetische Hände fallen, da Hostau zwischen der amerikanischen und sowjetischen Front lag. Deshalb überzeugte der damalige Leiter des Gestüts Oberst Alois Podhajsky den amerikanische General George S. Patton durch eine Vorführung davon, dass dieser durch eine Kampfhandlung die Sowjets zurückdrängen sollte, um die Pferde zuerst nach Oberösterreich in Sicherheit zu bringen und sie nicht als Kriegsbeute in sowjetische Hände fielen. Erst 1952 kehrten die Pferde nach Piber, das damals in der britischen Besatzungszone lag, zurück.

Im Jahr 2001 wurden die Spanische Hofreitschule und das Bundesgestüt Piber aus der öffentlichen Verwaltung ausgegliedert und die Spanische Hofreitschule-Bundesgestüt Piber GöR gegründet. Der Eigentümer ist weiterhin der Bund.

Das Gestüt

Das Bundesgestüt ist weltweit das Einzige, in dem Stuten aller 15 klassischen Stutenfamilien vertreten sind. Es sind Zuchtbücher seit der Gründung der Lipizzanerzucht, weit vor der Gründung in Piber vorhanden, die auch heute, neben EDV-Aufzeichnungen, händisch geführt werden.

Zum Gestüt gehören nicht nur die notwendigen Stallungen, sondern auch ausgedehnte Weide- und Almflächen. Alljährlich findet auch für die Pferde ein Almabtrieb der bis zu 25 km entfernten Almen zu Fuß mit der traditionellen Pferdesegnung in Maria Lankowitz statt. Es gehören noch vier Gehöfte in der Umgebung dazu. Auf dem Gut befinden sich sowohl die Zuchtstuten und Fohlen als auch wäahrend der Deckperiode vorübergehend die Zuchthengste. Die ausgewählten Hengste kommen mit vier Jahren nach Wien, während andere auch verkauft werden. Nach einigen Jahren in Wien kommen die Hengste für Zuchtzwecke wieder nach Piber. Nach Beendung ihrer Karriere in der Hofreitschule, kommen sie zurück nach Piber, in ihre wohlverdiente Pension.

Um Inzucht zu vermeiden, werden mit anderen Lipizzaner-Gestüten, wie in Slowenien, Ungarn, Slowakei, Tschechien und Rumänien, immer wieder Zuchttiere ausgetauscht.