Übungen der klassischen Reitkunst (aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)

Levade

Die Levade ist eine Übung der klassischen Reitkunst, bei der sich das Pferd auf die Hinterhand erhebt und die Vorderhände an den Leib zieht. Die Levade stammt noch aus der ehemaligen Kampf- und Gefechtsreiterei. Das Pferd sollte dabei mit seinem Körper seinen Reiter vor Angriffen mit Schwert und Lanze schützen und wurde somit als lebender Schutzschild benutzt.

Der Winkel zwischen Pferderumpf und Boden beträgt weniger als 45° – im Gegensatz zur Pesade– und das Pferd soll als Ausdruck seiner hohen Versammlung eine starke Hankenbeugung zeigen. In der Regel wird daher die Levade aus der Piaffe entwickelt, da hier schon ein sehr hoher Versammlungsgrad gegeben ist und somit die Levade sehr leicht durch professionelle Ausbildung korrekt entwickelt werden kann.

Levade

Courbette

Die Courbette ist eine der Übungen der Hohen Schule über der Erde, bei der sich das Pferd zunächst in relativ steilem Winkel auf die Hinterbeine erhebt und sich sodann mit diesen abstößt, um dann mehrere Sprünge hintereinander auf den Hinterbeinen auszuführen. Dies wird ohne zwischenzeitliches Berühren des Bodens mit den Vorderbeinen ausgeführt.

Es ist eine der schwierigsten Lektionen der Hohen Schule über der Erde.

Courbette

Kapriole

Die Kapriole ist ein Schulsprung der Hohen Schule in der klassischen Reitkunst und wird den Schulen über der Erde zugeordnet.

 

Aus der Piaffe und Pesade entwickelt, springt das Pferd nach oben ab, um in der Luft mit der Hinterhand zu streichen (auszuschlagen). Dabei zieht es die Vorderbeine an den Leib. Bei einer korrekten Kapriole ist das Pferd während des Streichens waagrecht in der Luft; das Streichen (Ausschlagen) hat kraftvoll zu erfolgen. Das Pferd landet auf allen Vieren gleichzeitig.

Kapriole

Pas de deux

Zwei Hengste „tanzen“ spiegelbildlich zu klassischer Musik. Dieser Programmpunkt erfordert höchste Konzentration und sehr fein abgestimmte Pferde.

Pas de deux

Passage

Die Passage besteht darin, dass der Trab in verzögerten Tritten mit einer verlängerten Schwebephase ausgeführt wird. Die Unterarme werden bis fast zur Waagrechten angehoben und die Hinterhand tritt vermehrt unter den Körper. Das Pferd geht dabei mit einem geringen Raumgewinn vorwärts.

Die Passage wird aus dem Imponierverhalten des Hengstes abgeleitet. Die Passage kann aus der Piaffe entwickelt werden, indem das gut im Takt piaffierende Pferd durch Vortreiben aus der Piaffe heraus in verkürzte Trabtritte übergeht, bei denen durch vermehrtes Treiben und zugleich Aufnehmen am Zügel immer mehr die Schwebephase entwickelt wird.

Die Passage wird in der Spanischen Hofreitschule auch als Spanischer Tritt bezeichnet. Von der Passage zu unterscheiden ist allerdings der Spanische Schritt.

Passage

Pesade

Die Pesade ist eine Übung der klassischen Reitkunst, bei der sich das Pferd auf die Hinterbeine erhebt und die Vorderbeine an den Leib zieht.

Der Winkel zwischen Pferderumpf und Boden beträgt mehr als 45° – im Gegensatz zur Levade – und das Pferd zeigt eine weniger starke Hankenbeugung als bei der Levade und soll als Zeichen seiner Geraderichtung die beiden Hinterhufe nebeneinander stellen.

Einige Pferde lernen die Pesade an der Hand, bevor sie unter dem Reiter ausgeführt wird. Sie ist Voraussetzung zum Erlernen der Sprünge der Hohen Schule. Anhand der Vorliebe eines Pferdes für die Levade oder die Pesade kann auch eingeschränkt bereits auf eine größere Eignung entweder für die Kapriole oder für die Courbette geschlossen werden.

Pesade

Piaffe

Piaffe ist eine trabartige Bewegung auf der Stelle oder mit maximal einer Hufbreite Raumgewinn. Sie entsteht durch die vermehrte Versammlung im Schritt oder im Trab.

Das Piaffieren besteht darin, dass die trabähnliche Bewegung nahezu auf der Stelle mit einer kurzen Schwebephase zwischen den diagonalen Tritten ausgeführt wird. Die Unterarme der Vorhand des Pferdes heben sich idealerweise fast zur Waagerechten an, die Hinterhand tritt vermehrt unter den Körper und die Hinterhufe federn vom Boden ab bis zur Höhe des Fesselgelenks des jeweils anderen Hinterbeins. Die Kruppe senkt sich, die starke Hankenbeugung ist ein weiteres Kennzeichen der gut ausgeführten Piaffe, dadurch wird die Vorhand verstärkt aufgerichtet, das Pferd „wirkt größer“.

Piaffe

Die Piaffe ist eine Lektion, bei der sich das Pferd in höchster Versammlung befindet. Die Piaffe soll aktiv und fleißig, aber nicht ruckartig oder schwankend sein. Fehlerhaft wäre z.B. ein zurücktreten in der Piaffe. Um das Pferd nicht in der Bewegung zu stören, muss bei der Piaffe die Hand des Reiters möglichst weich, d.h. leicht, mit dem Pferdemaul in Verbindung stehen. Der Reiter soll geschmeidig sitzend mit der rhythmischen Bewegung des Pferdes mitgehen, ohne übertriebene Einwirkung zu zeigen.

Schulquadrille

Schulquadrille: Acht Hengste betreten feierlich den schönsten Reitsaal der Welt. Mit 20 Minuten ist sie die längste und schwerste Quadrille der Welt. „Das Ballett der weißen Hengste“, wie die Schulquadrille auch genannt wird, ist der krönende Abschluss der Vorstellung.

Schulquadrille